Eisen – geschmiedet – gegossen & Titan

Manchmal erhalten wir Kundenanfragen, was denn der Unterschied zwischen “forged” und “cast” Schlägerköpfen sei. Mit diesem kleinen Ratgeber möchten wir Sie ein bißchen in die Welt der Eisen einführen.

Schlägerköpfe werden entweder geschmiedet oder gegossen.

Cast (Gußverfahren)

Ca. 90% aller Golfschläger werden im Gußverfahren hergestellt. Hierbei wir geschmolzenes Metall in eine Gußform gefüllt, um nach dem Erkalten einen Schlägerkopf zu erhalten.

Die Gußtechnik ermöglicht den Herstellern eine größere Bandbreite an Möglichkeiten – ihr ist z.B. die Erfindung der Cavity-Back Schläger zu verdanken oder die Verlagerung des Gewichts in die Randzonen, was ein Verdrehen bei nicht-mittig getroffenen Schlägen verhindert.

Man liest Angaben wie 17-4 Edelstahl. Das ist für die meisten von uns erst einmal unverständlich bis man sich in die Nomenklatur eingelesen hat. 17-4 heißt, daß die Legierung 17% Chrom und 4% Nickel enthält. Eine Mischung, die den Stahl hart, ermüdungsresistent, stoßfest und korrosionsbeständig macht.

431 Edelstahl ist 25% weicher als 17-4er - dadurch soll ein besseres Spielgefühl erreicht werden. Da die Abschlaggeschwindigkeit aber in Relation zur Elastizität der Schlagfläche steht (je härter, desto größer die Abschlaggeschwindigkeit) läuft es im Endeffekt immer auf einen Kompromiß zwischen “Feeling” und Abschlagweite hinaus.

Hier ein paar Beispiele aus der Vielzahl der Guß-Schlägerköpfe:

Ping G10, Callaway X-22 and TaylorMade Burner PLus irons

Ebenso werden aber auch Guß-Schlägerköpfe für die versierten Spieler hergestellt. Dieser Ping S59 z.B. wird von vielen Ping Tour-Spielern, einschließlich des legendären Miguel Angel Jimenez verwendet.

Forged (Schmiedeverfahren)

Bei dieser Fertigungstechnik wird weicher Stahl durch Pressen oder Hämmern in die gewünschte Form gebracht. Weil dazu weicherer Stahl (mit höherem Karbon-Anteil) verwendet wird schwören einige Spieler auf das bessere “Feeling” dieser Schläger.

Dieses Herstellungsverfahren ist sehr arbeitsaufwendig, und deswegen teurer.

“Feeling” bedeutet in diesem Fall, daß diese Schläger ein gefühlvolleres Feedback geben, so merkt man zum Beispiel, wenn man den Ball nicht mittig getroffen hat (off centre hit). Viele moderne Eisen sind jedoch so fehlerverzeihend, daß man selbst bei Randtreffern noch relative gute Ergebnisse erzielt. Da man aber letztendlich durch mittig getroffene Schläge die beste Flugbahn und Schlagweite erreicht, legen gerade erfahrenere Spiele Wert darauf beim Abschlag zu merken, ob Sie den Ball eventuell über Spitze oder Ferse gespielt haben, um eine Wiederholung dieses “Fehlers” beim nächsten Mal zu vermeiden.

Das Feedback hängt beim modernen Schläger (anders als noch vor 20 Jahren) hauptsächlich vom Design des Schlägerkopfes ab. Während früher alle Weltklassespieler geschmiedete Blades benutzt haben verwendet heute die überwiegende Mehrheit die gegossene Variante.

Aufgrund der früher vorhandenen Unterschiede existiert auch heute noch die landläufige Meinung, daß geschmiedete Schläger schwieriger zu spielen seien. Falls man dies überhaupt so noch sagen kann, liegt dies aber an der unterschiedlichen Schlägerkopfform und nicht an der Herstellungsmethode.

Mizuno MP-33 irons

In den letzten Jahren wurde die Cavity Back-Technologie immer beliebter, welche die besten Eigenschaften von geschmiedeten und gegossenen Schlägern vereint. Hier im Bild ein Titleist 755 Forged Eisen.

Titan-Stahl

Einige Schlägerköpfe bestehen aus Titan-Stahl, wie er auch in der Raumfahrt verwendet wird. Titan verfügt bei halbem Gewicht über die Festigkeit von herkömmlichem Stahl. Die Verwendung von Titan ermöglicht die Fertigung größerer Köpfe und damit größerer Sweet Spots, ohne, daß der Schläger zu schwer wird. Aus diesem Grund findet heute bei nahezu allen Drivern Titan-Stahl Verwendung.

Durch die Kombination ultra-leichter Titan-Schlagflächen mit einer schweren Ummantelung (in der Regel aus Wolfram) erreichen modern Schläger eine erhöhte Resistenz gegen das Verdrehen, da auch nicht-mittig getroffene Schläge immer noch auf einen massereichen Teil des Schlägerkopfes treffen. Aber hier sind wir schon beim Thema Trägheitsmoment (MOI), dem wir demnächst einen eigenen Artikel widmen werden.

Zusammenfassend kann man sagen, daß Schläger mit Titan-Köpfen sehr leicht zu schlagen, sehr fehlerverzeihend, sehr leicht – und sehr teuer sind. Zielgruppe sind hauptsächlich gutsituierte Golfer mit höherem Handicap.

Ein Beispiel für Titan-Eisen ist der Big Bertha Fusion Satz, der bei seiner Markteinführung für ca. 1 500€ über den Ladentisch ging:

A sereis of Callaway titanium faced irons

Wir hoffen, daß diese kurze Einführung hilfreich für Sie war. Sollten Sie weitere Fragen zu den Unterschieden bei der Herstellung von Eisen haben, können Sie gerne unseren PGA-qualifizierten Kundenservice unter +44 (0)208 401 6901 anrufen oder uns eine E-Mail senden an: pros@golfbidder.co.uk. Unsere Mitarbeiter sind Montag – Freitag von 0900-1800 GMT für Sie da. Für Kundenservice in deutscher Sprache können Sie sich gerne an Ihren Kundenberater Herrn Beckendorf unter sven@golfbidder.co.uk oder der kostenfreien Rufnummer 0800 181 4778 (Deutschland), 0800 296 008 (Österreich), 0800 564 789 (Schweiz) wenden.